STIFTUNG SCHLOSS EUTIN

Die Stiftung Schloss Eutin wurde 1992 als Stiftung öffentlichen Rechts gegründet. Herzog Anton Günther von Oldenburg brachte als Stifter das Schloss mit seiner originalen Ausstattung und den Schlossgarten mit seinen Gebäuden in die Stiftung ein. Die Sanierungs- und Restaurierungskosten übernahm im Gegenzug das Land Schleswig-Holstein. Zeitgleich zur Sanierung wurde der Museumsbetrieb ab 1997 aufgenommen. Seit Abschluss der aufwendigen Arbeiten im Jahr 2006 ist das Schloss Eutin in seiner heutigen Form als Museum zu besichtigen.

Stiftungsgesetz

GESETZ

über die Stiftung Schloss Eutin
vom 3. Dezember 2014
Zum 13.01.2015 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

Der Landtag hat das folgende Gesetz beschlossen:

Inhaltsübersicht:
§ 1 Rechtsform, Sitz, Stifter
§ 2 Zweck der Stiftung
§ 3 Stiftungsvermögen
§ 4 Stiftungsmittel
§ 5 Organisation
§ 6 Mitglieder des Stiftungsrates
§ 7 Aufgaben des Stiftungsrates
§ 8 Beschlüsse des Stiftungsrates
§ 9 Stiftungsvorstand
§ 10 Aufgaben des Stiftungsvorstandes
§ 11 Satzung
§ 12 Rechnungswesen
§ 13 Aufsicht
§ 14 Inkrafttreten, Außerkrafttreten

§ 1
Rechtsform, Sitz, Stifter
(1) Unter dem Namen „Stiftung Schloss Eutin“ besteht eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen
Rechts fort. Sitz der Stiftung ist Eutin, Kreis Ostholstein.
(2) Stifter sind Anton Günther Herzog von Oldenburg oder dessen Rechtsnachfolger und das Land
Schleswig-Holstein, vertreten durch das für Kultur zuständige Ministerium.

§ 2
Zweck der Stiftung
(1) Die Stiftung hat den Zweck, das unter Denkmalschutz stehende Schloss Eutin mit Inventar und den
Schlossgarten mit seinen Gebäuden und Kulturdenkmälern als national bedeutendes Kulturgut zu erhalten
und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Stiftung hat mit dem Schloss und seinem Inventar
sowie dem Schlossgarten ein Museum zu betreiben. Damit verbindet sich ein darauf bezogener
Bildungs-, Dokumentations- und Forschungsauftrag.
(2) Darüber hinaus hat die Stiftung Dauerleihgaben und Sammlungen von anderen Eigentümerinnen
und Eigentümern, die der Stiftung dauerhaft zur Verfügung gestellt wurden, zu bewahren und zu
pflegen und angemessen in die Ausstellungen einzubeziehen, sofern solche Dauerleihgaben und Sammlungen dem in Absatz 1 festgelegten Zweck der Stiftung entsprechen.
(3) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der
§§ 51 bis 68 der Abgabenordnung.

§ 3
Stiftungsvermögen
(1) Das Stiftungsvermögen besteht aus dem Schloss Eutin einschließlich musealem Inventar und Sammlung, dem Schlossgarten mit seinen Gebäuden, Bauwerken und Kulturdenkmalen sowie dem dazugehörigen Inventar. Es erhöht sich um die Beträge und Vermögenswerte, die der Stiftung als Zustiftung zugeführt werden.
(2) Zum Stiftungsvermögen gehören außerdem die Erträge des Stiftungsvermögens, Zuwendungen,
zweckgebundene Sondervermögen und sonstige Einnahmen, soweit diese nicht nach § 4 zur Erfüllung
der Stiftungsaufgaben benötigt werden oder nicht anderweitig zweckgebunden sind.
(3) Das Stiftungsvermögen ist dauerhaft zu erhalten und darf nicht zur Deckung von Verbindlichkeiten
herangezogen werden.

§ 4
Stiftungsmittel
(1) Die Stiftung erfüllt ihre Aufgaben aus
1. den Erträgen des Stiftungsvermögens,
2. Zuwendungen und sonstigen Einnahmen, soweit diese nicht anderweitig zweckgebunden sind.
(2) Um die unter § 2 genannten Zwecke zu erfüllen, erhält die Stiftung vom Land Finanzmittel nach Maßgabe des Landeshaushalts als getrennte Zuwendungen für den laufenden Betrieb und für Investitionen. Die Höhe der Zuwendung bemisst sich nach den Aufgaben und Leistungen der Stiftung und wird auf der Grundlage einer Ziel- und Leistungsvereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Stiftung auf der Basis eines Entwicklungskonzeptes festgelegt.
(3) Mittel der Stiftung dürfen nur für die unter § 2 genannten Zwecke verwendet werden. Es darf keine
Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe
Vergütungen begünstigt werden.

§ 5
Organisation
Organe der Stiftung sind:
1. der Stiftungsrat,
2. der Vorstand.

§ 6
Mitglieder des Stiftungsrates
(1) Der Stiftungsrat besteht aus neun stimmberechtigten Mitgliedern:
1. Der Ministerin oder dem Minister oder der Staatssekretärin oder dem Staatssekretär des für Kultur
zuständigen Ministeriums,
2. Anton Günther Herzog von Oldenburg oder dessen Rechtsnachfolger oder einer von ihm bestellten
Vertreterin oder einem von ihm bestellten Vertreter,
3. zwei weiteren Mitgliedern, die durch das in Nummer 2 genannte Mitglied benannt werden,
4. einer Vertreterin oder einem Vertreter des Landtages,
5. der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Ostholstein,
6. der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der Stadt Eutin,
7. einer Vertreterin oder einem Vertreter aus dem Bereich der Wirtschaft,
8. einer Vertreterin oder einem Vertreter aus dem Bereich der Kultur.
(2) Die in Absatz 1 Nummer 1, 5 und 6 genannten Mitglieder sind Mitglieder kraft Amtes. Das in Nummer
4 genannte Mitglied wird vom Landtag entsandt. Die in Nummer 7 und 8 genannten Mitglieder werden
für die Dauer von vier Jahren auf gemeinsamen Vorschlag der in § 1 Absatz 2 genannten Stifter
durch den Stiftungsratsvorsitz berufen. Eine erneute Berufung der in Nummer 7 und 8 genannten Mitglieder ist einmalig möglich.
(3) Der Vorsitz des Stiftungsrates wechselt jährlich zum Kalenderjahresbeginn zwischen den in Absatz 1
Nummer 1 und 2 genannten Mitgliedern. Sie vertreten sich gegenseitig im Stiftungsratsvorsitz.
(4) Es soll ein ausgewogenes Zahlenverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Mitgliedern angestrebt werden.
(5) Die Mitglieder des Stiftungsrates sind ehrenamtlich für die Stiftung tätig. Ihnen können die aufgrund
ihrer Tätigkeit für die Stiftung entstandenen notwendigen Auslagen ersetzt werden. Darüber hinaus dürfen
den Mitgliedern des Stiftungsrates keine Vermögensvorteile zugewendet werden.

§ 7
Aufgaben des Stiftungsrates
(1) Der Stiftungsrat ist ein beratendes und beschließendes Organ.
(2) Er erlässt und ändert die Stiftungssatzung und wacht über deren Einhaltung. Er legt die Stiftungsziele
fest, genehmigt den Wirtschaftsplan, das Entwicklungskonzept und die Jahresplanung für die Stiftung,
stellt den Jahresabschluss fest und erteilt dem Stiftungsvorstand Entlastung.
(3) Der Stiftungsrat bestellt oder entlässt auf gemeinsamen Vorschlag der in § 6 Absatz 1 Nummer 1
und 2 genannten Mitgliedern den Stiftungsvorstand.
(4) Der Stiftungsrat kann die Selbstauflösung der Stiftung beschließen. Die Genehmigung der zuständigen
Behörde nach § 48 Absatz 1 Satz 2 des Landesverwaltungsgesetzes darf nur mit Einwilligung der für
Finanzen und Kultur zuständigen Ausschüsse des Landtages erteilt werden.
(5) Der Stiftungsrat berät den Stiftungsvorstand in allen Stiftungsangelegenheiten und kann diesem
Richtlinien für seine Arbeit geben, die für ihn bindend sind.
(6) Der Stiftungsrat gibt dem Schleswig-Holsteinischen Landtag jährlich zu den Haushaltsberatungen
des Folgejahres einen schriftlichen Bericht über die Tätigkeit der Stiftung.
(7) Der Stiftungsrat tritt mindestens dreimal jährlich zusammen. Er muss darüber hinaus zusammenzutreten, wenn die Hälfte seiner Mitglieder dies verlangt oder der Stiftungsvorstand
es beantragt.

§ 8
Beschlüsse des Stiftungsrates
(1) Der Stiftungsrat ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder
anwesend ist. Er fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der stimmberechtigten Anwesenden. Im
Falle von Stimmengleichheit entscheidet das Vorsitz führende Mitglied.
(2) Beschlüsse zum Wirtschaftsplan, zur Bestellung oder Entlassung des Vorstands, zum Erlass oder der
Änderung der Stiftungssatzung und zur Selbstauflösung der Stiftung können nicht gegen die Stimmen
der in § 6 Absatz 1 Nummer 1 und 2 genannten Mitglieder erfolgen.
(3) Bei Nichtanwesenheit eines der in § 6 Absatz 1 Nummer 1 und 2 genannten Mitglieder können diese
für die in Absatz 2 genannten Fälle innerhalb von zehn Tagen nach Vorlage des Protokolls ihr Vetorecht
ausüben.
(4) Näheres regelt die Satzung (§ 11).

§ 9
Stiftungsvorstand
(1) Der Stiftungsvorstand besteht aus einer Person.
(2) Der Stiftungsvorstand ist hauptamtlich tätig und soll über kaufmännische Kompetenzen verfügen.
(3) Der Stiftungsvorstand wird befristet bestellt. Erneute Bestellungen sind möglich.

§ 10
Aufgaben des Stiftungsvorstandes
(1) Der Stiftungsvorstand führt die Geschäfte der Stiftung und vertritt die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich. Sie oder er ist gesetzliche Vertreterin oder gesetzlicher Vertreter.
(2) Der Stiftungsvorstand hat die Aufgabe, für die dauernde und nachhaltige Erfüllung des Stiftungszweckes nach § 2 zu sorgen und die Stiftung in diesem Sinne zu verwalten. Dazu gehören insbesondere:
1. Die gewissenhafte und sparsame Verwaltung des Stiftungsvermögens und der sonstigen Mittel,
2. die Aufstellung und Ausführung des jährlichen Haushalts- und Wirtschaftsplanes,
3. die Berichterstattung über die Tätigkeit der Stiftung einschließlich der Vorlage einer jährlichen
Haushaltsrechnung,
4. die Ausführung der Beschlüsse des Stiftungsrates.
(3) Der Vorstand ist berechtigt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen und zu entlassen.
(4) Näheres regelt die Satzung (§ 11).

§ 11
Satzung
(1) Die Satzung regelt die innere Organisation der Stiftung.
(2) Die Satzung bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.
(3) Die Satzung regelt die Aufhebung der Stiftung durch Selbstauflösung. Im Falle der Selbstauflösung
ist § 48 Absatz 1 Satz 2 des Landesverwaltungsgesetzes nicht anzuwenden.

§ 12
Rechnungswesen
(1) Die Wirtschaftsprüfung und das Rechnungswesen richten sich nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und Bilanzierung in Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches.
(2) Die Jahresrechnung und der Tätigkeitsbericht sind der Aufsichtsbehörde zusammen mit dem Prüfungsbericht vorzulegen.
(3) Die Stiftung unterliegt der Prüfung durch den Landesrechnungshof nach § 111 der Landeshaushaltsordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. Juni 1992
(GVOBl. Schl.-H. S. 381), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Dezember 2013 (GVOBl. Schl.-H. S. 494).

§ 13
Aufsicht
Aufsichtsbehörde ist das für Kultur zuständige Ministerium.

§ 14
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Das Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft.
(2) Das Gesetz über die Errichtung der „Stiftung Schloss Eutin“ vom 24. April 1992 (GVOBl. Schl.-H. S.
228) *), Zuständigkeiten und Ressortbezeichnungen zuletzt ersetzt durch die Verordnung vom 4. April
2013 (GVOBl. Schl.-H. S. 143), tritt gleichzeitig außer Kraft.

Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt und ist zu verkünden.

Kiel, 3. Dezember 2014

Torsten Albig, Ministerpräsident
Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa

Fußnoten
*) GS Schl.-H. II, Gl.Nr.224-4
© juris GmbH
Das Stiftungsgesetz als PDF-Dokument zum Herunterladen:

Stiftungsgesetz Stiftung Schloss Eutin
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Tätigkeitsberichte

Hier stehen Ihnen die Tätigkeitsberichte der Stiftung Schloss Eutin zur Verfügung:

Stiftung Schloss Eutin Tätigkeitsbericht 2015
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Stiftung Schloss Eutin Tätigkeitsbericht 2014
Datei herunterladen

Stiftungsrat

Mitglieder

Staatssekretär Dr. Oliver Grundei · Stiftungsratsvorsitzender
Christian Herzog von Oldenburg · Stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender
Alexander Herzog von Oldenburg
Caroline Herzogin von Oldenburg
Carsten Behnk, Bürgermeister der Stadt Eutin
Ludwig Hirschberg
Reinhard Sager, Landrat des Kreises Ostholstein
Prof. Dr. Hans Wißkirchen
Tim Brockmann, Mitglied des Landtags

Team
Stellenausschreibung

Wissenschaftliche Museumsmitarbeiter/in 

Die "Stiftung Schloss Eutin" in Eutin, Schleswig-Holstein, ist seit dem 24.04.1992 eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts. Die Stiftung hat den Zweck, das Schloss Eutin mit Museumsinventar, Orangerie und Schlossgarten denkmalgerecht zu erhalten und zu nutzen sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Stiftung ist gemeinnützig. Als ehemalige landesherrliche Residenz der Lübecker Fürstbischöfe ist das Schloss samt Schlossgarten weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt und ein Denkmal von nationalem Rang. Dank seiner historischen Architektur und der originalen Ausstattung vermittelt das Schloss einen einzigartigen Eindruck herrschaftlicher Wohn- und Lebenskultur.

Die Stiftung Schloss Eutin sucht ab November 2017 eine freie wissenschaftliche Museumsmitarbeiterin oder einen freien wissenschaftlichen Museumsmitarbeiter auf Stundenbasis.

Aufgaben:
Bis 2020 soll eine sukzessive Neugestaltung der Dauerausstellung im laufenden Betrieb erfolgen.
Die Neugestaltung des Süd- und Westflügels in 2018 ist aktuell in der Umsetzungsphase. Für den 2019 neu zu konzipierenden Nord- und den Ostflügel in 2020 suchen wir ein/e Projektmanager/in, der/die die Neugestaltung der Dauerausstellung mit dem Projektteam und in Abstimmung mit der Geschäftsführung fachlich unterstützt.

Profil:
Sie sind eine Persönlichkeit mit abgeschlossenem Studium der Kunstgeschichte oder Geschichte mit nachweisbarerer Erfahrung in der Ausstellungsplanung und -organisation sowie musealer Bildungs- und Vermittlungsarbeit von mindestens fünf Jahren. Sie verfügen über eine gute kommunikative Kompetenz, die Fähigkeit teamorientiert zu arbeiten, organisatorisches Talent, sicheres Auftreten, Erfahrung in der Redaktion wissenschaftlicher Publikationen und Erfahrung im multidisziplinären Arbeiten. Zeitliche und inhaltliche Flexibilität sind wichtig für die Arbeit im Team der Stiftung Schloss Eutin.

Bewerbungsfrist:
Die Bewerberin oder der Bewerber sendet bitte bevorzugt eine digitale Bewerbung an die folgende Adresse: susanne.zirkel@schloss-eutin.de. Bewerbungsschluss ist der 9. Oktober 2017.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten der Stiftung Schloss Eutin oder bei Frau Petersen, Tel.  04521 – 709514.